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Prädikatswanderwege als Marketingtool für die Weinvermarktung?!

Beispiel: Die „Hiwweltouren“ in Rheinhessen

Wandern auf den schönsten Strecken. Dafür stehen die rheinhessischen Hiwweltouren. Neun zertifizierte Rundwanderwege sind Aushängeschilder der Weinregion Rheinhessen. Abwechslungsreiche Wegeführungen, perfekte Beschilderung und vielfältige Genuss- und Einkehrmöglichkeiten lassen jedes Wanderherz höher schlagen. Immer nah am Wein und den Menschen die hier Leben und Deutschlands größtes Weinbaugebiet zu etwas ganz besonderem machen. Genau diese Chance können Weinbaubetriebe als Direktvermarter nutzen.

Den „winemaker-Macher“ beschäftigt das Thema schon länger. Allerdings konnte durch die Corona-Pandemie bei vielen Menschen die Rückbesinnung auf die Schönheiten der Heimat bzw. der näheren Umgebung festgestellt werden. Doch nicht nur die Flussufer von Rhein, Main, Mosel und Nahe oder die Höhen von Hunsrück, Taunus, Odenwald oder Donnersberg um in der „Heimat“ des winemaker-Machers zu bleiben sind interessant. Auch die oben bereits erwähnten rheinhessischen Hügel bzw. deren Pendants in den anderen Weinbauregionen sind von erheblichem Interesse. Die Hiwweltouren sollen als Beispiel dienen und dabei aufzeigen, wie eine durch die Gebietsweinwerbung schon angestoßene „touristische Grundschwingung“ für die Winemaker am Wegesrand erschlossen werden könnte.

Flonheim Hiwweltour im Aulheimer Tal (am Trullo) [Foto: StadtLandWein]

Am Rande der neun rheinhessischen Hiwweltouren, die auf der gemeinsamen Webseite von Rheinhessenwein und Rheinhessen-Touristik beschrieben sind, finden sich eine ganze Reihe von Weingütern, die teilweise auch Gastronomie in Form von Straußwirtschaften, Gutsschänken oder Winzerhotels anbieten, aber auch eben einfach nur den Hof öffnen um dem Wandersmann oder die Wandersfrau beim Vorbeilaufen eine flüssige Wegzehrung anzubieten.

Der „winemaker-Macher“ hatte im Laufe des Jahres 2020 einige Hiwweltouren, aber auch andere interessante Wanderungen im Programm und konnte so einen guten Einblick erhalten. Was dabei aufgefallen ist möchte ich Euch gern mitteilen. Bei allen Touren gibt es mehr geschlossene Höfe, als geöffnete! Und sofern sie offen sind, konnte ich mit meiner jeweiligen Begleitung hier und da ein etwas ungastliches Gefühl wahrnehmen, was heißen soll, dass wir uns nicht eingeladen fühlten näher zu kommen. Daraus möchte ich gern ein paar Gedanken ableiten, die einfach und kostengünstig beginnen und dann zu professionelleren Vorschlägen hinführen:

Hiwweltour am Neuborn (Wörrstadt) [Foto: privat]
  1. Zu einem „offenen Tor“, welches tatsächlich vorbeikommende Wanderer einladen soll, gehört für mich vielleicht ein herausgestelltes Rüttelbrett (oder ein ähnliches Schmuckstück), am besten mit dem Hinweis auf die geöffnete Vinothek.
  2. Zusätzlich könnte „Wine-man“ oder „Wine-woman“ ein kleines Hiwweltouren-Goodie anbieten. Zum Beispiel könnte eine kleine kostenfreie Weinprobe – speziell für die Hiwwel-Wanderer – oder ein Probierglas mit Tragegestell zum Spontaneinkauf dazugehören.
  3. Die Öffnungszeiten „Mo-Fr.: 09:00 -18:00 Uhr“ könnte man am Rande einer Hiwweltour hinterfragen. Kommt denn wirklich ein Weinkunde am Montag? Vielleicht sind doch der Samstag und der Sonntag die besseren Tage und dafür bleibt am Montag und Dienstag der Weinladen zu?
  4. Mit weiteren „Anliegern“ der Hiwweltour den Wegrand aufräumen, reinigen und eventuelle Schäden beseitigen. Vielleicht unterstützt die Gemeinde oder die Vereine am Ort?
  5. Über den Tellerrand schauen und Partner suchen!
    • Warum nicht im eigenen Ort oder den anderen Orten am Wanderweg weitere Winemaker suchen, die sich der Vermarktung der Route anschließen? Ihr könntet gemeinsame Probiergläser oder andere Merchandising-Artikel herstellen lassen.
    • Die Bürgermeister*innen der Kommunen sind vielleicht auch mit an Bord – vor allem dann, wenn etwas von der Strecke abgelegene Winzerbetriebe mit eingebunden werden. Dazu kann vielleicht in Absprache mit der Weinwerbung auch der Verlauf der Wanderroute geringfügig angepasst werden oder kleine „EXIT“-Wegweiser führen zu den abseits liegenden Betrieben – und auch wieder zurück!
    • Möglicherweise sind auch Veranstalter für begleitete Touren an einer Zusammenarbeit interessiert.
  6. Zu guter Letzt könnte auch die Werbung für einzelne Hiwweltouren – ggf. zusammen mit der Gebietsweinwerbung – intensiviert werden. Ich denke dabei an einen eigenen Instagram-Acount (mit Selfiestationen am Wegesrand), eine Facebook-Fanpage (möglicherweise mit einer FB-Werbung) oder, wenn es noch professioneller sein sollte auch eine eigne Web-Site.

Nun liegt es an euch „Winemakern“ die Vorschläge zu reflektieren und dann: „machen !!!“. Überlegt an welcher Stellschraube ihr unkompliziert drehen könnt und wer euch dabei unterstützen kann. Ich bin gespannt und ihr könnt mich gerne kontaktieren um das Thema weiter zu diskutieren oder wir können gemeinsam überlegen wie eine eurer Ideen umgesetzt werden kann:

frage@winemaker-macher.de

Noch (?) keine Hiwweltour: „Auf den Höhen über Ensheim“ [Foto: Der winemaker-Macher]